Freilaufende Eier

Wir wohnen in Unna, das mit 58000 Einwohnern zwar nicht gerade groß , aber auch nicht mehr ländlich ist. Um so schöner ist es, dass unsere Eier seit einiger Zeit von freilaufenden Hühnern aus Nachbars Garten stammen. Wir hatten in ihrem Vorgarten schon häufiger diese interessante Konstruktion gesehen :

Und irgendwann haben wir dann mal wirklich zugeschlagen. Was soll ich sagen, die Eier sind nicht nur köstlich, sondern auch alle höchst individuell.

Groß, klein, hell, dunkel, manchmal mit etwas Stroh oder einer Feder, aber immer abseits jeder Norm.

Vor einigen Wochen unterhielt sich Daniela mit der Nachbarin. Seitdem bekommen wir eine SMS, wenn neue Eier bereitstehen (die Hühner haben da ihren eigenen Rhythmus) und wir haben jetzt auch ein Foto der Hühner.

Für jemanden, der auf dem Land lebt, wäre das sicher nichts Besonderes. Aber so Stadtnah – auch wenn die Stadt nur klein ist – fühlt sich das schon ein bisschen nach einem Privileg an.

Stilleking

Es war das erste Mal für uns, dass ein Anruf von der Polizei ein Wanderung zur Folge hatte. Die nette Polizeibeamtin aus Lüdenscheid informierte uns am Dienstag, dass das lange vermisste Portemonnaie meiner Schwiegermutter inklusive seines Inhalts wieder aufgetaucht war. Noch während des Telefonats verständigten wir uns auf einen kleinen Ausflug in die alte Heimat Lüdenscheid um das Fundstück abzuholen und das Ganze mit einer Wanderung zu verbinden. Die Polizeibeamtin empfahl uns den Stilleking. Es dauerte einen Moment bis uns klar wurde, dass wir vor über 15 Jahren schon einmal dort gewandert waren. Die Idee sich alles noch einmal anzusehen gefiel uns beiden auf Anhieb.

Also erst mal bei der Pänomenta parken, zur Polizei und danach kurz einen Blick auf die alte Wohnung werfen. Danach ging es sofort weiter zum Homert und runter zur Ochsentour.

Die Tour geht rund um die Weide der Heckrinder – einer Nachzüchtung der ausgestorbenen Auerochsen durch die Brüder Heck in den 20er Jahren – an der alten Gerichtslinde vorbei. Alles in allem mit kleinem Schlenker über den ehemaligen Panzerwaschplatz ein abwechslungsreiche kleine Tour von 8,5 km mit schönen Ausblicken auf Lüdenscheid.

Blöderweise hatte ich das falsche Programm an der Kamera gewählt und so waren viele Bilder unscharf. Aber dafür habe ich unterwegs schnell einen Ginsterbusch auf einer großen Wiese gezeichnet.

Der ist jedenfalls scharf geworden…

Das geflügelte Schwein aus Apt

Vor vielen, vielen Jahren kauften wir uns in Südfrankreich ein kleines geflügeltes Schweinchen aus Gusseisen. Es lachte so fröhlich, dass wir es einfach mitnehmen mussten.

Wieder zu Hause stand erstmal hier, mal da in der Wohnung und sah lustig aus. Aber irgendwann wanderte es dann doch in den Keller und setzte dort Staub an.

Gestern dann haben wir das Schweinchen „freigelassen“. Wir stellten es einfach auf den Waschbetonkasten, der die Müllcontainer verbirgt.

Dann gingen wir einkaufen. Als wir zurück waren, hatte das Schweinchen seine Position verändert.

Es hatte also schon Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Ein paar Stunden später war es weg. Ich stelle mir vor, dass es jetzt ein schönes neues Zuhause hat.

Ein Herz in Kessebüren

Vor genau vier Wochen entliessen wir ein Holzherzkühlschrankmagneten in die Freiheit. Er residiert lange an unserem Kühlschrank, musste aber einer Auräumaktion weichen. Wir brachten es aber nicht übers Herz den Holzherzkühlschrankmagneten einfach wegzuwerfen. Also wurde er auf einen Spaziergang in Kessebüren mitgenommen und fand seinen Platz auf einer kleinen Brücke über der Eisenbahn zwischen Unna und Fröndenberg.

1. März

Heute waren wir – vier Wochen später – wieder dort. Ich war absolut sicher, daß das Herz längst weg war. Der Misanthrop in mir war überzeugt, dass irgendjemand das Herz genommen und einfach weggeworfen hat. Der Menschenfreund in mir hoffte dagegen, dass jemand es mit nach Hause genommen hat und sich daran erfreute.

28. März

Aber es war noch da. Ich war verblüfft. Und es hing inzwischen woanders, war also von Spaziergängern nicht nur gesehen worden, sondern sie hatten es in die Hand genommen und woanders platziert. Dabei fragten sie sich sicher wo es wohl herkommt und wer es auf diese kleine Eisenbahnbrücke gebracht hat.

Die Vorstellung gefällt mir. Sie hat eine gewisse Poesie. Und falls einer der Spaziergänger zufällig über diesen Post stolpert, kennt er jetzt auch ein paar Antworten.