Alle Menschen des Jahrgangs 63 werden dieses Jahr 63.
Ich bin heute dran.
Der Tag begann mit Musik, Champagner und Geschenken 😃
Der Wind wehte heute kühler und vermittelte mehr Nordsee-Feeling. Ein Ausflug an den Strand war trotzdem selbstverständlich. Diesmal legten wir uns an den Plage des Ecardines.
Nach einem kurzen Schlenker über Grand-Fort-Phillipe …
… ging es nach Hause zum Schokoladenkuchen, dessen Energiegehalt nicht in Kilokalorien, sondern in Megakalorien gemessen wurde.
Zum Abend schauten wir bei der Compagnie du Dragon vorbei, ich habe jetzt ein neues, cooles T-Shirt. Und das passende Bier getrunken.
Einer Kollegin, mit der ich mich Freitag über diese Reise unterhielt, sagte ich noch angesichts der prognostizierten Temperaturen für das Ruhrgebiet: „Och, am Meer ist es ja kühler“. Ha, weit gefehlt. Ermattet, wie wir waren, schliefen wir lange und schon bei der Gassirunde war es WARM. Die notwendigen Einkäufe (Chouquettes und kleine Quiches) verbanden wir mit einem Ausflug in die Stadt. Der Belfried am Rathaus läutete melodisch, als wir im Park Saint-Pierre ankamen.
Belfried (hat gerade geläutet)
Im Park – wie überall in Calais – findet sich Streetart.
Das hier ist von Matthieu Masson. Der Spruch/Gedanke auf dem Graffiti gefiel mir:
La vie n’est que le reflet des couleurs qu’on lui donne
oder auf Deutsch
Das Leben ist nichts anderes als das Spiegelbild der Farben, die wir ihm geben
Es erinnert mich daran, dem Leben nicht zu viele Grautöne unterzumischen.
Inzwischen war es so warm, daß nicht nur Frida, sondern auch wir nur noch apathisch im Schatten abhängen wollten.
So verging der Nachmittag .
Ein Rest Neugier, Unruhe oder was auch immer trieb uns später zu einem Spaziergang in Richtung Strand.
Die Fähre in Richtung Irland verließ in aller Ruhe den Hafen. Und gleich nebenan tobte das Leben. Der riesige Strand war voll. So richtig voll.
Wir nahmen es erstaunt zu Kenntnis und kehrten zurück in unser Refugium.
Die Sonne scheint und wir lassen die Dinge langsam angehen. Besucht man einen Ort nicht zum ersten Mal, dann stellt sich die Neugier auch ohne FOMO-Gezappele hinten an und lässt dem Wunsch nach Ruhe Raum
Was nicht dazu führt, dass wir ausschließlich in dem kleinen Garten unserer Unterkunft herumhängen, sondern uns dann doch mal in Richtung Strand bewegen.
Knapp hinter den Fähranlegern wartete die Ruhe selbst auf uns. Eine Handvoll parkender Autos am Strassenrand, vorbei an Hitlers zementierter Hinterlassenschaft …
Bunker
… und man findet sich an einem Strand wieder, der geradezu unglaublich leer ist. Als Beweis ein Bild von Frida.
Frida
Auf einer Sandbank in dunstiger Entfernung dösten Robben. Daniela versuchte, sie mit dem Smartphone zu fotografieren, stieß aber an die Grenze des kleinen Geräts.
Unsere Smartphones waren ohnehin verwirrt. Eine Überreichweite sorgte dafür, dass sie sich in ein britisches Netz einbuchen und pflichtgemäß die Zeitzone änderten. Was uns wiederum verwirrte.
Wieder zurück bleiben wir dabei, jeglicher Menschenansammlung aus dem Weg zu gehen, und relaxten im Garten.
Irgendwann verirrte sich eine kleine Maus hierher. Sie überlebte das Abenteuer keine 20 Sekunden. Die gerade noch tiefenentspannte Frida war im Bruchteil einer Sekunde auf den Beinen, sprang in den Bambus, schnappte sehr zielsicher nach etwas, schüttelte es heftig und ließ es fallen.
Frida (Wachhund)
Einem Kleinspitz steckt es halt in den Genen, Haus und Hof gegen jeden Eindringling zu verteidigen. Und so niedlich eine kleine Maus auch aussieht, möchte man sie nicht im Haus haben.
Die abendliche Gassirunde ging dann zur Zitadelle.
Wir sind wieder auf Reisen. Ein kurzer Zwischenhalt auf dem Rastplatz Dong (der heißt wirklich so) bot eine interessante Aussicht.
Ich bin zwar neugierig, was die Geschichte hinter diesem neuen Auto ohne Räder ist. Aber vermutlich werde ich sie nie erfahren. Schade.
Der Rest der Fahrt verlief ohne weitere Überraschungen, inklusive obligatorischen Stau auf dem Ring Antwerpen. Stau auf sechs Spuren. Beeindruckend, aber nichts, was ich jeden Tag bräuchte.
Nach der Ankunft stellten wir fest, dass ich meine Sachen etwas flott gepackt hatte: keine kurzen Hosen. Und das bei sommerlichen Temperaturen. Ein schneller Ausflug zu Decathlon löste das Problem zur allgemeinen Zufriedenheit und ich kann mich der Temperatur angemessen kleiden.
Wir hatten trotzdem noch die Zeit zum Meer zu gehen. Beim Drachen vorbei zum Leuchtturm laufen und den großen Schiffen zuzusehen.