Aljezur und die Westküste

Es war wieder an der Zeit die Gegend kennenzulernen. Diesmal zunächst abseits der Küste im Landesinneren Aljezur. Kaum angekommen fühlte es sich nach Urlaub in den Bergen an: es ging steil bergauf zum Castelo und im Tal klingelte fröhlich die Kuhglocken. Das Wetter war wechselhaft; kaum oben, schon erwischte uns ein Schauer. Auf dem (rutschigen) Weg abwärts ließ sich schon wieder die Sonne blicken.

Sehr gute Petiscarias (in Spanien würde man sie wohl Tapas nennen) gegessen im Altasko

  • CROQUETES DE ALHEIRA – Geflügelkroketten mit einer Apfelsoße
  • PASTELINHOS DE BACALHAU – Bacalhau mit einer Feigen-Chili-Soße
  • BATATA DOCE CROCANTE – Süßkartoffelchips
  • MOUSSE DE CHOCOLATE -… mit etwas Salz
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Von Luz nach Sagres

Die Algarve kann auch Wolken. Nach knapp zwei Wochen blauem Himmel bewölkte sich gestern das Wetter. Ein guter Grund für uns etwas die Küste zu entdecken.

Erste Station war das Nachbardörfchen Burgau. Die Flut hatte den Strand fast völlig verschluckt und die Wellen leckten gelegentlich die Rampe ins Meer so weit hoch, dass ich meine Füße in Sicherheit bringen musste. Ansonsten herrschte tiefe, nebensaisonale Ruhe.

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Solidarität

Es ist nicht Liebe zu meinem Nachbarn – den ich vielfach gar nicht kenne -, was mich treibt, den Wassereimer zu ergreifen und nach seinem brennenden Hause zu eilen; was mich treibt, ist ein viel weiteres, wenn auch unklares Gefühl, es ist ein menschlicher Solidaritäts- und Sozialtrieb.

Pjotr Kropotkin

Dieses Zitat aus der Einleitung zu Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt bringt das Prinzip der Solidarität auf den Punkt. Es beruht darauf, dass jeder etwas für die Gesellschaft tut. Nicht aus Liebe zu seinem Nächsten (wie Rousseau es herbei fantasierte) , sondern aus einem ganz praktischen Kosten-Nutzen-Kalkül heraus. Die Leistungen für die Gemeinschaft kosten mich im Normalfall nur wenig, aber ich bekomme ein ungleich besseres Leben dafür, als wenn der Kampf von jedem gegen jeden herrschen würde.

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Lagos

Es ist erstaunliche 19 Jahre her, dass wir das erste Mal in Lagos gewesen sind, 2006 dann wieder und auch diesmal haben wir es bereits zwei Mal besucht. Es hat eine hübsche Altstadt und man kann lecker essen. Zwei gute Gründe die Stadt zu besuchen.

1434 öffnete Gil Eanes von hier aus für die mittelalterlichen Europäer neue Horizonte, indem er im Auftrag von Heinrich dem Seefahrer über das Ende der bekannten Welt hinaussegelte. Eigentlich sollten dort die Menschen von der Sonne schwarz verbrannt sein und das Wasser kochen. Ganz so war es dann doch nicht. Eine Zeit der Entdeckungen begann. Aber auch der Eroberungen. Und leider auch des Sklavenhandels, wofür Lagos ebenfalls mal berühmt war. Bis 1755 blieb es das Zentrum der Algarve, dann kam das große Erdbeben und mit ihm eine 11 Meter hohe Flutwelle, die die Stadt zu großen Teilen zerstörte. Sie wurde zwar wieder aufgebaut, aber seit dieser Zeit hat Faro die Rolle des Zentrums übernommen.

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Unten und oben

Auf dieser Reise ist einiges anders: sonst starten wir, kaum sind wir angekommen, schon die ersten Entdeckungstouren. Diesmal sind wir eher wie kleine Kinder unterwegs, die langsam den Radius ihrer Entdeckungen vergrößern.

Montag erkundeten wir bei Ebbe (wichtig) am Strand entlang den Weg zum Rocha Negra, eine schwarze Felsformation vulkanischen Ursprungs. Der recht kurze Weg geht über Sand, durch Wasser und über (mäßig glitschige) Felsen. Macht Spaß. Auf der linken Seite geht es 100 Meter nach oben einmal quer durch ein paar Millionen Jahre Erdgeschichte. Angesichts der Zeiträume, die da so sichtbar in Gesteinsschichten gepresst sind, fragte ich mich, wie viele Millimeter da unsere 5000 Jahre Zivilisation ausmachen würde. Vielleicht 5mm von den 100 Metern? Ich weiß es nicht, aber auf alle Fälle ein guter Zeitpunkt die eigenen Maßstäbe mal wieder zu kalibrieren.

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