Der Fender

Bei unserer Reise zum Jahreswechsel waren wir fünf Wochen unterwegs. Zu zweit mit Hund in einem Corsa.

In so einen Corsa passt nur eine überschaubare Menge Gepäck, auch wenn ich inzwischen äußerst professionell darin geworden bin selbst die kleinste Ecke auszunutzen.

Ich war daher ehrlicherweise nicht ganz so begeistert, als Daniela am dritten Tag unserer Reise am Strand von Valras Plage einen verloren gegangenen Fender fand und ihn mitnehmen wollte.

Aber ihrer Liebe zu Strandgut hatte ich nicht viel entgegenzusetzen und so verstaute ich meisterhaft platzsparend für vier Wochen einen hohlen Plastikkörper im Auto.

Wieder Zuhause dekorierte er zuerst eine Ecke unseres Balkons zusammen mit drei malerischen Stöcken (Strandgut von einer der Reisen davor). Aber im Laufe der Zeit fanden sich ungebetene insektoide Gäste ein. Heute wurden sie umgesiedelt.

Gewagte Holzarchitektur im Wald

Da der Fender alleine in der Balkonecke etwas jämmerlich aussah, bekam er einen neuen Platz. Und da ist er sogar nützlich.

Wir banden ihn an der Reling (auch Balkonbrüstung genannt) fest und wenn jetzt ein Luftschiff bei uns anlegen will, dann befördern wir ihn auf die andere Seite der Brüstung und schon kann das Luftschiff geschmeidig und ohne Kratzer am Rumpf bei uns anlegen.

Der Fender

Dekorativ und nützlich. Ich bin begeistert.

Gräser im Wind

Vor ziemlich vielen Jahren waren Daniela und ich mal an einem regnerischen Tag im Nolde-Museum in Berlin. Im Vorraum lief als Einstimmung auf die Küstenlandschaft, die Emil Noldes Werk prägte, auf einem Monitor ein Video, das einfach nur Gräser zeigte, die vor blauem Himmel im Wind hin und her schwankten.

Dieses ruhige bewegte Bild habe ich bis heute nicht vergessen. Es brachte in mir eine Saite zum Schwingen, die bis heute nachhallt.

Irgendwann werde ich an einem meditativen Ort ein Stativ aufstellen und in einer endlosen Schleife Gräser im Wind filmen.

Bis dahin muss erst einmal ein kurzer Clip ausreichen.

Warten im Wechsel der Jahreszeiten

Dank Home-Office-Vertrag pendele ich nur noch etwa ein Mal pro Woche nach Essen. Der Teil mit dem Bahn fahren beginnt dabei immer in Kamen.

Anfang des Jahres hatte ich den Gedanken das morgendliche Warten auf den Zug im Bild festzuhalten. Beginnend beim gefühlt nächtlichen Reisen im Januar bis zur hell erleuchteten Variante jetzt im Juni.

Und wie das so bei Sachen, die man regelmäßig macht, etablieren sich Rituale. Wie zum Beispiel, daß ich immer an der selben Stelle am Gleis auf den Zug warte. Was dann auch eine schöne Gelegenheit ist, den Bahnsteig gegenüber aus immer der gleichen Perspektive zu fotografieren.