Telgte, Tiny Bikes und Frösche

Seit einer gefühlten Ewigkeit wollten wir mal eine Radtour durch das Münsterland machen, bevorzugt von Telgte aus. Da ich in den letzten Wochen deutlich zu viel gearbeitet habe, bot es sich zum Überstundenabbau an, das nun endlich mal zu tun. Da wir seit letztem Jahr stolze Besitzer von Klapprädern Tiny Bikes sind, haben wir sie heute verladen und uns auf den Weg gemacht.

Das Tourismusbüro in Telgte hat ein paar Rundtouren auf ihrer Homepage und wir haben uns davon die geschnappt, die am Besten zu unseren Tiny Bikes passt… nicht länger als 25 Kilometer, sonst wird es unangenehm.

Die Tour führt von Telgte über Westbevern und Ostbeveren wieder zurück nach Telgte. Sie hatte laut Broschüre den Untertitel Wiesen und Wald. Das passt, lässt aber die wunderschönen Teilstücke an der Ems ganz unerwähnt. Und die schattigen Alleen, die gerade jetzt das Fahren noch mal angenehmer machen. Kein Wunder, dass das Münsterland bei Radtouristen so beliebt ist.

Nach dem recht hübschen Telgte waren die beiden Beverns eher enttäuschend. Sie haben zwar auch eine lange Geschichte, wirken aber heute eher wie verschlafene Vororte von Münster. Da sind die Gegend, die Landgüter und Bauernhöfe und die Flüsse die größere Attraktion. Oder auch mal ein kleiner Teich am Rand eines Waldes, verziert von Seerosen und mit Fröschen bevölkert. Scheuen Fröschen, ich war froh, als mir ein Bild von einem gelang, der nicht gleich aufgeregt weghopste.

Ganz zum Schluss, die Räder waren bereits wieder eingeklappt, gab es noch ein erfrischendes Weizen im Biergarten der Pleister Mühle. Kanu fahren auf der Werse kommt dann beim nächsten Mal dran.

Der Preußenhafen, Haus Wenge und Currywurst

Eigentlich war es schon gestern als Geburtstagsradtour geplant: zum Seepark nach Lünen fahren und eine Currywurst essen. Der Dauerregen vereitelte es und ließ nur einen Regenspaziergang zu.

Aber dafür heute. Die Seeseke entlang am Jetzt vorbei bis zum Seepark.

Jetzt

Etwas überraschend war der See eingezäunt und nur noch über das Café Seepark erreichbar, vermutlich ausschließlich mit tagesaktuellen Test. Den hatten wir nicht zur Hand, aber dank E-Bikes sind wir dort deutlich entspannter als beim letzten Mal angekommen und hatten somit die Energie noch ein paar Meter weiter zu fahren.

Zum Preußenhafen. Ein beliebter Kotenpunkt nicht nur für Radfahrer mit einem ebenso beliebten Kiosk. Zu Recht. Die Currywurst und die Fritten sind nicht nur vorzüglich, sondern auch reichlich. Am Kiosk bekommt man erst einmal neben dem Bier einen handgeschriebenen, großzügig laminierten Zettel mit einer Zahl.

Nach ein paar Minuten rief jemand laut 29 über den Platz und die Currywurst war fertig.

Der Preußenhafen verdankt seine Existenz der Zeche Preußen (die mal die Zeche Vereinigte Nordsee war… Zechen hatten schon immer skurrile Namen). Die Zeiten der Kohle sind jetzt lange vorbei und heute gibt es dort keinen Kohlenstaub mehr, sondern einen Wasserwanderparkplatz. Mit prima Currywurst.

Auf dem Heimweg kamen wir an einem Gebäude vorbei, dessen Bedeutung sich mir erst auf den zweiten Blick erschloss: Haus Wenge in Lanstrop. In der jetzigen Form existiert es seit gut 400 Jahren, nachdem es 1598 von spanischen Truppen zerstört wurde und danach wieder neu erbaut wurde. Den Gedanken, dass in Westfalen mal spanische Truppen unterwegs waren, finde ich wirklich seltsam. Zu Fuß von Spanien nach Dortmund ist ziemlich weit. Aber die Menschen haben schon immer ziemlich bekloppte Sachen gemacht.

Das Adelsgeschlecht, das hier seinen Ursprung hat, heißt von der Wenge genannt Lambsdorff. Und Lambsdorff ist einfach ein alter Name von Lanstrop.Wer jetzt an einen ehemaligen Wirtschaftsminister denkt, liegt richtig. Die Sippe hat hier ihren Ursprung

Ganz schön viel Geschichte für einen kleinen Radausflug.

Rapsgelb

Daniela weckte mich heute morgen deutlich zu früh. Selbst beim Bäcker musste ich einen Moment warten, bis er öffnete. Die Verkäuferin öffnete den Laden extra für mich sogar etwas eher.

Das frühe Aufsehen weckte zwar nicht meine Begeisterung, hatte aber den Vorteil, dass wir uns schon um 9:20 auf der Fahrradtour waren, die wir uns vorgenommen hatten. Ein Teil der Wege ist beliebt und ab Mittag recht voll. So teilten wir die stillgelegte Bahntrasse und die Feldwege nur mit einigen anderen Frühaufstehern.

Jetzt Anfang Mai sind die Rapsfelder die Stars der Landschaft. Knallgelb leuchtend ziehen sie die Aufmerksamkeit auf sich. Aus der Nähe haben sie an so einem sonnigen Tag ihren eigenen Sound: Bienen summen eifrig zwischen den Blüten. Dazu der Geruch der Blüten. Ich musste sofort an Rapshonig denken.

Der Umkehrpunkt unserer Tour lag knapp vor Werl, ein Stadtbesuch noch nicht inklusive, man will sich ja auch noch was für’s nächste Mal lassen.

In der Gegend nimmt auch plötzlich die Anzahl der Heiligenhäuschen zu, die am Wegesrand stehen. Was kein Wunder ist, denn Werl nennt sich Wallfahrtsstadt und wer wallfährt braucht bekanntlich auch solche kleinen Häuschen als Zwischenstationen. Das war auch für uns gut, denn an einem Häuschen stand eine Bank und wir haben Rast gemacht.

Wir ließen uns wieder vom Radroutenplaner NRW leiten. Das Tool ist etwas gewöhnungsbedürftig, versteht aber mehr von Radrouten als Google Maps. Knifflig wird es immer dann, wenn die Strecke zum Beispiel von Norden nach Süden führt. Im Gegensatz zu anderen Navis verhält sich hier die Karte sehr klassisch: Norden ist oben. Immer. Geht es auf der Anzeige nach links, sollte man also nach rechts abbiegen. Also manchmal. Es wird zwar auch ein Richtungspfeil eingeblendet, der stimmt nur leider nicht immer. Mitdenken ist also hilfreich. Um die Ecke denken können noch mehr. Und nach Schildern Ausschau halten sowieso.

Screenshot Radroutenplaner NRW

Und das hier war unsere Route. Die Zwischenstation 1 war übrigens der Erdbeerhof Louven, wo gerade frischer Spargel verkauft wird. Den gibt es dann nachher.

Überstundenabbau an der Lippe

Ein spontaner Tag ohne Arbeit, recht gutes Wetter und ein Picknick an der Lippe. Ich nenne das einen gelungenen Tag. Das wir dabei auch noch etwa 35km Rad gefahren sind, ist auch schön.

Der Kreis Unna ist leider nicht von sonderlich vielen Wasserflächen gesegnet. Im Süden die Ruhr und im Norden die Lippe, das war es mehr oder weniger. Nachdem wir letzte Woche im Süden waren, kam heute der Norden dran. Hat sich gelohnt, denn die idyllisch vor sich hin mäandrierende Lippe bietet in der Gegend zwischen Bergkamen und Werne landschaftlich schönere und ruhigere Plätze für ein Picknick als die Ruhr.

Ausserdem gibt es einen Aussichtsturm mit Blick auf die Lippe Auen. Das war heute eher unspektakulär, denn nur ein paar Gänse paddelten über einen See. Dafür war der Blick nach unten durch die Rasterplatten auf den Boden 10 Meter weiter unten lustig.

In der Nähe fanden wir einen schönen Platz direkt an der Lippe, breiteten unsere Decke aus, aßen Pinchos und freuten uns über die Frühlingssonne.

Hallo Gazelle

Daniela legte letzte Woche vor und leistete sich nach langer Bedenkzeit ihr Traumrad, eine Gazelle „Miss Grace“. In der Variante E-Bike. Ein richtig schönes Hollandrad, auf dem es sich angenehm aufrecht sitzen lässt und das auch für kleinere Lasten gut vorbereitet ist.

Gazelle Miss Grace

Ich muss zugeben, dass ich lange Zeit E-Bikes als Rentnerfahrräder abgehakt habe. Bis sie in den letzten Jahren immer mehr wurden, sogar im platten Holland. Außerdem ist es ziemlich uncool sich mit hängender Zunge eine lange Steigung heraufzuquälen, während die Partnerin freundlich entspannt nach oben fliegt.

Letztlich gab der Aktionsradius den Ausschlag. Mit dem E-Bike sind einfach deutlich größere Touren möglich als mit einem normalen Fahrrad.

Mich zog es in eine ähnliche Richtung wie Daniela und sie entdeckte mein bevorzugtes Gefährt bei unserem lokalen Fahrradhändler: eine Gazelle „Heavy Duty“.

Gazelle Heavy Duty

Als wir sie Montag abholten, gerieten wir – quasi als Feuertaufe – in einen Hagelschauer.

Heute dann, bei besserem Wetter, der erste Ausflug. Einmal runter zur Ruhr und zurück. Aufgrund der fiesen Steigungen unterwegs kein entspannter Weg für ein normales Fahrrad. Mit etwas elektrischer Hilfe wird es dagegen zu einem angenehmen Erlebnis.

Zum Kennenlernen reichten uns erstmal 38 km, unterbrochen von einem etwas schattigen Picknick an der Ruhr.

Fahrrad abgestaubt

Mit der Idee am Wochenende endlich mal wieder die Fahrräder zu bewegen, habe ich sie Freitag auf Vordermann gebracht. Die schlaffen 2 bar wurden auf knackige 4 bar aufgepumpt und der winterliche Staub weg gewischt. Sie freuten sich den Keller zu verlassen und mit uns raus zu kommen.

Der Samstag war dann leider nicht so einladend, dafür der Sonntag mit Sonne und blauem Himmel.

Zum Eingewöhnen führen wir entlang des Seeseke-Radweges zum Ostpol.

Das haben wir letztes Jahr bevorzugt an Sonntagen schon häufiger gemacht. Man könnte es also als Gewohnheit oder Tradition bezeichnen. Ich persönlich bevorzuge Sonntagsritual.