Vor ein paar Tagen wurde ich durch Florian Rötzers Sind religiöse Gesellschaften „besser“? auf die dahinter steckende Untersuchung aufmerksam: Cross-National Correlations of Quantifiable Societal Health with Popular Religiosity and Secularism in the Prosperous Democracies. Der Autor Gregory S. Paul kommt bei dieser ersten Annäherung an die Vorteile von Religion für die Gesundheit einer Gesellschaft zu interessanten Schlüssen. Er ist vorsichtig genug nur Korrelationen aufzuzeigen und keine Kausalitäten zu behaupten. Aber es scheint unabweisbar zu sein: die amerikanische Gesellschaft als Prototyp einer religiösen Industriegesellschaft hat deutlich mehr Probleme mit Selbstmorden und Teenagerschwangerschaften als die eher laizistischen europäischen Staaten. Der von christlichen Fundamentalisten behauptete Vorteil für die Gesellschaft ist nicht nachweisbar, eher das Gegenteil.
Vielleicht sollte man den Menschen etwas von Epikur erzählen und ihnen ein paar durch die Religion induzierte Ängste nehmen. Aber ich bin Atheist, ich habe da leicht reden.