Von Bürgern und Drachen

Ein ganz besonders Mitglied unserer kleinen Reisegruppe hatte heute Geburtstag  (Tipp: Frida und ich haben im Mai Geburtstag) und so begann der Tag mit prickelnden Getränken, einem schokolastigen Gruß aus der Boulangerie und Geschenken.

Damit es danach nicht langweilig wurde, machten wir uns auf zur Mairie. Dabei kamen wir am Wochenmarkt und schönen Graffiti vorbei.

Schon aus der Ferne hörten wir eine feine Melodie vom Belfried der Marie erklingen. Und dort angekommen litten die sechs Statuen der Bürger von Calais, die den Engländern die Kapitulation der Stadt überbringen mussten, um die Wette. Dass sie Rodin nicht als aufrechte Helden, sondern leidende Menschen darstellte, fanden damals viele nicht so toll. Das dürfte heutzutage immer noch so sein. Ich finde, dass da Rodin was sehr richtig gemacht hat. Auch, dass das Denkmal nicht auf einen hohen Sockel gestellt wurde, sondern man ihm auf Augenhöhe begegnen kann. Es ging ihm um Menschen, nicht um glorifizierte Helden.

Zwischen den Bürgern und der Mairie war ein temporärer Feengarten aufgebaut. Alice im Wunderland traf dort den Herrn der Ringe zwischen vielen Blumen. Hatte viel Poesie mit einem leichten Hang zum Kitsch.

Es folgte eine erschöpfte Pause.

Wir mussten uns ja fit sein, um uns dem Drachen von Calais zu stellen. Ein großartiges Spektakel. Dieses Wunder aus Hydraulik und Fantasie sprüht Wassernebel und spukt Feuer auf seinem Gang über die Strandpromenade.

Frida war von dem Ungetüm, das von mehreren Menschen sehr lebensecht durch die Zuschauer gesteuert wird, nicht so angetan. In Sicherheit bei uns auf dem Arm ging es, aber sonst hätte sie am liebsten Reißaus genommen. Was ja auch gar nicht so doof ist, wenn man davon überzeugt ist, dass dieses wasserspeiende Riesendings lebt.

Der Geburtstag endet jetzt bei angenehmen Temperaturen im Garten in der Rue du Paradis.

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