Der Hohenhof

Der Hohenhof war -wie es die Wikipedia nennt – „Wohnhaus, Gesamtkunstwerk und Knotenpunkt eines europäischen Kulturnetzwerks“. Entworfen wurde es von Henry van de Velde für Karl Ernst Osthaus, der auch das Folkwang Museum in Hagen gründete (das heutige Osthaus Museum), dessen Bestand kurz nach seinem Tod von den Erben an die Stadt Essen verkauft wurde.

Wir haben es an diesem Sonntag besucht. Es ist wirklich ein vollständig im Jugendstil durchgestyltes Gesamtkunstwerk. Und ein schöner Einblick in das Leben der Reichen vor hundert Jahren. Aber so schön und sehenswert es auch ist, so blieb bei mir doch ein Eindruck haften: es ist eher dunkel; das Gegenteil von lichtdurchflutet.

Osthaus Museum

Da habe ich jahrelang in Lüdenscheid und jetzt in Unna gelebt, aber war nie im Hagener Osthaus-Museum … obwohl es ja quasi immer vor der Haustür lag. Erst als uns jetzt ein Bekannter dort eine Ausstellung empfahl, sind wir kurzentschlossen nach Hagen gefahren.
Uns erwartete ein schönes und großzügiges Kunstmuseum, bei dem sich auf gelungene Weise der historische Teil von Henry van de Velde und der Neubau ergänzen.


Die Ausstellung selber war ein Querschnitt durch die aktuelle Kunst in Berlin. Riesige, voluminöse Selbstportraits von Lilli Hill, die überraschen winzigen und herrlich sarkastischen Bilder von Michael Sowa (der Mann scheint mit einzelnen Pinselhaaren und einer Lupe zu malen) und die subtil irritierenden Werke von Thorsten Holz.

Und für Filmliebhaber gibt es bei Michael Sowa noch einen Leckerbissen: Der Hund mit der Halskrause und die Gans mit der Perlenkette aus Die fabelhafte Welt der Amelie hängen ebenfalls in goldgerahmt in der Austellung.

Auch nett: man darf im Museum fotografieren und die Eintrittskarte behält den ganzen Tag über ihre Gültigkeit, auch wenn man zwischendurch das Museum verlässt.

van Gogh im Park

Was tut man, wenn man Helene heißt, aus Essen-Horst kommt und reich ist? Falls man Helene Kröller-Müller heißt, dann fängt man um 1907 an Kunst zu sammeln und vermacht sie zusammen mit einem netten Grundstück in den dreißiger Jahren dem niederländischen Staat. Insgesamt waren es etwa 16000 Kunstwerke, davon allein 90 Gemälde von van Gogh.
Heute steht daher mitten im Nationalpark Hoge Veluwe ein Museum mit der zweitgrößten van Gogh Sammlung der Welt.

Wegen des nieseligen Wetters waren das Kröller-Müller Museum mit dem angeschlossenen Skulpturenpark unsere erste Station. Danach ging es mit den weißen Fahrrädern – kostenlos und minimalistisch – auf Entdeckungstour durch den Park. Und zum Schluss noch ein Picknick auf der Steynbank von Henry van de Velde. Das entsprach vielleicht nicht den Parkrichtlinien, aber ich finde, dass Kunst und ein Picknick gut zusammenpassen.