Das Blog im Fediverse

Dieses Blog ist seit einigen Wochen Teil des Fediverse dank des ActivityPub-Plugins von Matthias Pfefferle.

Für alle, die sich angesichts der seltsamen Begriffe verwundert am Kopf kratzen und sich fragen „Was will mir der Autor sagen?“, erst einmal ein paar Worte der Erklärung.

Das Fediverse  ist eine sehr lebendige Verknüpfung von sozialen Netzwerken, die wiederum aus vielen unabhängigen Instanzen bestehen. Es ist der Gegenentwurf zu Twitter, Instagram und Co. Hinter den einzelnen Instanzen, die manchmal nur einen, aber auch Tausende Benutzer haben können, stehen reale Menschen und keine gewinnmaximierende Konzerne. Und die Moderation erfolgt nicht durch eine seltsame KI, sondern ebenfalls durch Menschen. Wobei sich ohnehin alle deutlich freundlicher verhalten, als ich es aus dem kommerziellen Bereich kenne. Ein Grund dafür dürfte sein, dass die Timeline nicht durch Algorithmen auf maximale Aufregung optimiert wird, sondern schlicht zeitlich sortiert ist. Wer technisches Vorwissen hat, kann selbst die passende Software aufsetzen und alle anderen sind jederzeit auf den vielen Instanzen von Mastodon, Friendica, Pixelfed etc. willkommen. Insgesamt eine sehr offene Struktur.

Damit diese verschiedenen sozialen Netzwerke miteinander sprechen wurde das ActivityPub-Protokoll entwickelt und vom W3C normiert.

Und dank des Plugins von Matthias Pfefferle spricht inzwischen auch WordPress ActivityPub. Auf diese Weise nimmt mein Blog wie ein normaler User am Fediverse teil: andere Menschen können es abonnieren, in ihrem sozialen Netzwerk auf meine Posts antworten und diese Antworten erscheinen wiederum bei mir im Blog als Kommentar. Ziemlich cool.

Noch eine technische Notiz für alle WordPress-User, die es selbst mal ausprobieren wollen: SEO-Plugins wie Yoast besser ausschalten, denn sie greifen recht hässlich in die Linkstruktur ein und verhindern so die Teilnahme am Fediverse.

Über eine Sache grübelte ich überraschend lange nach. Das Plugin bietet verschiedene Möglichkeiten einen Post zu teilen: vom knappen Link bis zum Volltext. Was passt am Besten zu den doch sehr unterschiedlichen Netzwerken, die ja zum Teil eher aus der Microbloggingecke kommen? Ein nackter Link ist mir zu nichtssagend, aber komplette Posts sind wiederum zu lang. Und da ich oft Fotos dazwischen habe fällt das Ergebnis auf den verschiedenen Plattformen manchmal überraschend aus. Letztlich habe ich die Form Teasertext und Link gewählt. Ich glaube, dass das am Besten funktioniert .

Mit dem Daumen bloggen

Seitdem ich dieses Blog vor gut einem Jahr wieder aus dem Dornröschenschlaf erweckt habe entstehen die Artikel fast ausschließlich mit dem Daumen. Das mobile Datengerät ist mein Mittel der Wahl. Es ist immer zur Hand,, ich kann das Schreiben unterbrechen und bei nächster Gelegenheit wieder aufnehmen, sogar mal unterwegs einen Artikel im Nachhinein umformulieren. Dabei entsteht gelegentlich die Situation, daß ich einen Satz beginne, unterbrochen werde, bei nächster Gelegenheit weiter schreiben will und nicht den Hauch einer Ahnung habe, was ich mit diesem Fragment anfangen soll. Was gar kein Problem ist, denn der neue Satz ist bestimmt besser. Bestimmt.

Leicht irritierend finde ich die Beobachtung, daß die mit dem Daumen getippten Posts gerne mal länger sind, als die ganz klassisch auf der Tastatur entstandenden. Die Wortvorhersage von SwiftKey hat sicher ihren Anteil daran, denn nur mit Daumen und einzelnen Buchstaben bewaffnet ist das dann doch etwas zu zähflüssig. So aber scheine ich zu einer Formulierungsgeschwindigkeit zu kommen, die meinen Gedanken während des Tippens genug, aber nicht zu viel Freiheit lässt.

Selbstverständlich wurde auch dieser Post mit dem Daumen geschrieben, redigiert und ergänzt.