Amokfahrt in Münster

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Ein idyllisches Bild vom ersten sonnigen Frühlingstag in Münster. Eine halbe Stunde, bevor ich dieses Bild aufgenommen habe, ist kaum 150 Meter von hier ein psychisch kranker Mensch mit seinem Auto in die Gäste des Kiepenkerls gerast.

Als wir in der Gegend waren – glücklicherweise etwas später als ursprünglich gedacht, vielleicht 10 Minuten nach der Tat – war da zwar Polizei und Feuerwehr, aber insgesamt war alles recht ruhig und wir besuchten ein Schmuckgeschäft am Drubbel. Erst als wir das Geschäft verließen und plötzlich vor einer Straßensperre standen, wurde uns klar, dass da wohl mehr passiert war. Ein Passant sagte im Vorbeigehen, es wäre wohl ein Auto in eine Gruppe Menschen gefahren. Sehen könnte man durch die Krümmung der Straße nichts, was ich im Nachhinein überhaupt nicht bedaure.

Wir gingen dann hinter dem Dom in Richtung Überwasserkirche. Eigentlich wollten wir dort im Lazaretti ein Eis essen, aber direkt davor war begannen die Sperrzone. Deshalb beließen wir es bei einem Eis auf die Hand und gingen weiter in Richtung Rosenplatz am Antiquariat Solder vorbei (demnächst wird da wieder gedreht). Dort schauten wir noch etwas in Läden, und setzen uns dann in eine Weinbar. Die Stimmung war etwas seltsam und so langsam kristallisierte sich heraus, dass da etwas Größeres geschehen war. Krankenwagen aus den Nachbarkreisen und der Katastrophenschutz parkten direkt gegenüber. Auch die ersten Meldungen tauchten in den Medien auf. So gegen fünf kam dann die Anweisung den Bereich zu räumen. Wir gingen also über den Domplatz vorbei an Einsatzfahrzeugen und einem maskierten SEK-Mann mit Maschinenpistole zurück in Richtung Hotel. Dabei wollten wir noch schnell in dem Schmuckladen vorbeischauen um etwas abzuholen. Aber zu spät. Inzwischen war er unerreichbar hinter der erweiterten Absperrung verschwunden.

Die Räumung der Innenstadt wurde weiter fortgesetzt und immer großflächiger. Auch mit ganz banalen Folgen: dadurch, dass die gesamte Gastronomie der Innenstadt ausfiel, wollten plötzlich alle Gäste im Hotel essen. Darauf war weder die Vorratskammer, noch die Mitarbeiter vorbereitet, denn normalerweise rechnen sie am Wochenende nur mit einer Handvoll Gästen. Sie taten ihr möglichstes, konnten aber irgendwann nicht mehr als Gulaschsuppe und einen münsteraner Teller mit Aufschnitt anbieten. Da das alles länger dauerte, machten wir Abendspaziergang. Als wir zurück kamen, lag das Hotel hinter der Absperrung. Einige schwer bewaffnete Polizisten kontrollierten uns freundlich und ließen uns durch.

Der Blick von der Hotelterrasse sah dann so aus:

Fazit: Die Menschen in Münster blieben die ganze Zeit über ruhig und sowohl Rettungskräfte, als auch die Polizei handelten so schnell und strukturiert, dass ein Gedanke an Panik völlig abwegig war.

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