Eine Woche St. Peter-Ording

Wir sind in Sankt Peter, nahe Ording. Mitten in Nordfriesland. Hier ist die Landschaft endlos, vor dem Deich ein Strand, der kaum ein Ende nimmt, bevor er bei der Nordsee ankommt. Hinter dem Deich die grüne Endlosigkeit der Wiesen und Weiden. Beide Unendlichkeiten überspannt vom blauen Himmel.

An den ersten beiden Tagen war er allerdings noch nicht blau, sondern Nordseegrau. Ein Grau ohne Regen, also gutes Wetter an der Nordsee.

Nachdem die Friesen jahrhundertelang als Fischer und Seeräuber unterwegs waren, haben sie sich heutzutage auf den Tourismus spezialisiert. Dazu wird dann der Vorratsschrank an friesischen Besonderheiten ausgiebig geplündert und touristisch aufbereitet. Das macht durchaus Spaß. Hier mal unsere subjektive und zufällige Auswahl:

  • Fischbrötchen. Bisher vertestet und von mir für gut befunden: Bismarkhering, Krabbe und Backfisch.
  • Leuchttürme. Am eher unauffälligen Böhler Leuchtturm radelten wir auf unserem Weg zum Südende von St. Peter-Ording vorbei, zum sehr prominenten Westerhever Leuchtturm haben wir einen Abstecher mit dem Auto gemacht. Vom Parkplatz aus geht es dort über den Deich noch mal zwei Kilometer zu Fuß weiter. Zusammen mit ganz vielen anderen Menschen. Dazu hatten wir keine Lust und statt dessen das perfekte Klischee fotografiert: vorne Schafe, hinten Leuchtturm.
  • Schafe. Gibt es hier ohne Ende. Sie pflegen ruhig und hingebungsvoll die Deiche.
  • Friedrichstadt. Vor 400 Jahren gegründet und aus dem Nichts aus dem Boden gestampft, sollte das kleine Städtchen eine Zwischenstation des Handelswegs von Spanien über Rußland nach Ostindien werden. Dafür gewährte ein ortsansässiger Friedrich holländischen Remonstranten Religionsfreiheit und machte in Friedrichstadt sogar das Niederländische zur Amtssprache. Die Remonstranten waren in ihrer niederländischen Heimat in Ungnade gefallen, da sie im Gegensatz zu den herrschenden Calvinisten dem Menschen deutlich mehr Willensfreiheit zugestanden und nicht der Meinung waren, dass Gott bei der Geburt schon alles geregelt hat.
  • Strände. An der deutschen Nordseeküste geht es Strände nur auf den Inseln und hier (mal von den kleineren Sandhaufen hier und da abgesehen). Der Strand in St. Peter-Ording ist flach, sehr trittfest und enorm breit. Von den Dünen bis zum Wasser ist es eine kleinere Expedition. Dadurch hat man das Gefühl, dass der Himmel hier am Strand riesiger ist als anderswo ist.
  • Dünen. Darf man aus gutem Grund nicht betreten. Außer nördlich des Hundestrandes in Ording. Perfekt für ruhige Stunden in der Sonne.

Ein ganz besonderes Vergnügen haben wir uns gestern Abend gegönnt: am Strand den Sonnenuntergang aus einem Strandkorb heraus genießen. Freundlicherweise werden die Körbe nach Feierabend nicht verrammelt, sondern stehen einladend in der Gegend herum. Dazu ein kleiner Snack (Käsewürfel und Dattelsenf) und gekühlter Weißwein. Sehr fein.

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