Nachdem das Blog vor kurzem 20 geworden ist, habe ich mithilfe der Wayback-Machine einen Blick in die ferne Vergangenheit von scaldra.net geworfen und geschaut, wie das hier früher so ausgesehen hat.
Der erste Snapshot war vom 28.4.2001. Die Domain hatte ich zwar schon früher, aber zunächst nutzte ich sie nur für E-Mail. Den Mailserver habe ich damals selbst betrieben, kann man sich heute kaum noch vorstellen.

Hinter dieser schlichten Eingangstür gab es ein paar Spielereien wie OpenGL-Screensaver für Windows mit netten 3D-Animationen. Und Texte von Philosophen mit TEI-Markup. Und noch Hilfreiches zu wxWindows (das später in wxWidgets umbenannt werden musste).
Offensichtlich hatte ich schon immer bei meinen Interessen ein Faible für ein Kraut-und-Rüben-Durcheinander.
In dieser ersten Zeit wechselte das Layout ständig; ich war noch in der Findungsphase. Daher sah dann zum Beispiel die Seite über mich am 24.8.2001 auch ganz anders aus:
![Benutzeroberfläche mit Menü links, mittig unscharfes Porträt, rechts Karte mit Straßenverlauf und Text 'system up 13969 days 17 hours [RESET]'.](https://scaldra.net/wp-content/uploads/2025/10/2001-04-28-700x417.webp)
Ich bin mir nicht sicher, ob ich meinen Gesichtsausdruck auf dieser Seite mit 24 Jahren Abstand eher als cool oder missmutig empfinde. Lüdenscheid, wo ich damals wohnte, hatte übrigens noch eine Autobahnbrücke.
Neben all dem anderen seltsamen Zeug fand auch die folgende kleine Geschichte ihren Weg ins Internet:
Der Nihilist und die Schildkröte
An einem friedlichen Sonntagnachmittag ging der Nihilist spazieren. In der Nähe des großen Kanals fiel ihm auf seinem Weg eine Schildkröte auf. Sie lag auf dem Rücken und strampelte hilflos mit den Beinen in der Luft.
Der Nihilist betrachtete sie lange in ihrem vergeblichen Bemühen. Dann plötzlich machte er neben ihr einen Kopfstand.
„Aus dieser Perspektive sieht es aus, als ob du die Welt auf deinem Rücken tragen würdest, “ lachte er.
Aber schon bald wurde ihm diese Ansicht langweilig und stellte er sich wieder auf seine Füße. Und da er ein freundlicher Nihilist war, drehte er auch die Schildkröte um.
Diese aber war in Wahrheit gar keine Schildkröte, sondern eine Fee. Und wie alle Feen, so stellte auch diese von morgens neun Uhr bis abends um sechs Uhr Menschen auf die Probe. Bestanden sie die Probe, so erfüllte sie ihnen den obligaten Wunsch.
Der Nihilist dachte einen Moment über ihr Angebot nach, musste lachen und flüsterte ihr seinen Wunsch ins rechte Ohr.
„Oh, Scheiße,“ sagte daraufhin die Fee und verschwand ins Nichts.
Und mit ihr die Welt.

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