Wenig Schachtzeichen

Es war ein bisschen wie in einem Suchbild: wo ist der gelbe Ballon aka ein Schachtzeichen? Gestern hielten wir von Opherdicke aus Ausschau und entdeckten einige in Richtung Dortmund und Unna. Das war schon recht schön.

Und heute Morgen dann wollten wir uns das komplette Erlebnis gönnen und waren kurz vor 10 auf der Halde Hoheward und warteten darauf, dass die Ballone aufgelassen wurden.

Leider geschah aufgrund einer Sturmwarnung (sinnvollerweise) das Gegenteil: sie wurden eingezogen.

Na ja, aber am Wegesrand gab es ein paar Rapsfelder und die sind auch schön gelb.


Osterkunst

Erst wochenlang keine Kunst, dann gleich zwei Ausstellungen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Zuerst am Freitag Intimacy! Baden in der Kunst im Kunstmuseum Ahlen und heute dann Joan Miro – Die Farbe seiner Träume im Graphikmuseum Picasso Münster.
Was mich ins Grübeln brachte, war die alte Frage nach dem Realismus in der Kunst. In Ahlen hingen teilweise übermalte Fotos von Xenia Hausner und fotorealistische Ölbilder unter anderem von Alyssa Monks. Unwillkürlich fragte ich mich, warum denn Frau Monks nicht gleich fotografiert und was denn die zusätzlich aufgetragene Farbe bei Frau Hausner soll. Gerade beim Fotorealismus fällt es mir schwer zu sagen was mich mehr beeindruckt: die Technik oder der Inhalt.

Ganz anders dagegen Joan Miró. Er arbeitet mit einfachen Formen und Farben, die aber alle eine Bedeutung haben. Er ist nicht abstrakt, aber auch weit von jeder Gegenständlichkeit entfernt. Der Betrachter ist gefordert mit Fantasie Bildtitel und Inhalt zusammenzubringen.

Ist jetzt etwas davon mehr oder weniger Kunst? Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung. Aber ich mag Eric Fischl’s Bathroom Scene.

Und was heißt das jetzt für meine Malerei?


Hans Kohlschein in Cappenberg

Gestern schauten wir uns eine Ausstellung von Hans Kohlschein auf Schloss Cappenberg an. Er lebte von 1879 bis 1948, also in einer Zeit des Umbruchs. Hochbegabt wurde er schon sehr jung als Künstler ausgebildet und hatte auf Anhieb so viel Erfolg, dass es ihm zeitweise sogar eine Professur einbrachte. Dieser Erfolg hatte sicher auch damit zu tun, dass er zeitlebens ein Traditionalist blieb. Er beherrscht sein Metier und malt gerne das, was er um sich herum an Szenerien sieht.
Bald nach seinem Tod ist er vergessen, denn seine Bilder sind so ihrer Zeit verhaftet, dass sie bald nur noch historisches Interesse weckten.
Ich fragte mich nach der Ausstellung wer man lieber gewesen sein mochte: Hans Kohlschein, erfolgreich zu Lebzeiten und danach vergessen, oder Vincent van Gogh, erfolglos während er lebte und nach seinem Tode ein Superstar.
Nun, mir persönlich liegt mehr am Leben als am Tod.


Villa Hügel zeigt Folkwang

Das Ruhrgebiet heißt Ruhrgebiet, weil die Ruhr hindurchfließt. Und wenn man sie aufstaut, kommt der Baldeneysee und eine bevorzugte Wohnegegend dabei heraus (rechtes Foto). Das bemerkte vor über 100 Jahren auch der Herr Krupp und leistete sich in dieser Gegend ein kleines Häuschen mit einem Garten – die Villa Hügel. Das auf dem Bild rechts, was so aussieht, als ob es dem Romanen der Frau Pilcher entsprungen sei, ist natürlich nicht die Villa. So klein ist sie nun auch wieder nicht. Aber man sieht das Häuschen vom Arbeitszimmer aus.


Der eigentliche Anlass unseres Besuchs war aber nicht die Villa, sondern die Ausstellung in ihr:
Villa Hügel zeigt Folkwang. Da das Museum umgebaut wird, ist ein Teil des Bestandes zur Villa Hügel ausgelagert worden. Für gerade mal 3 Euro bekommt man den Eintritt in den Park, die gut sortierte Ausstellung und ein umfangreiches Booklet, in dem jedes Werk (von Macke, Renoir, Ceszanne, van Gogh, Gaugin, Nolde, Heckel ….) mit ein paar Worten und einer briefmarkengroßen Abbildung erwähnt wird.

Die Ausstellung läuft in der Verlängerung noch bis zum 1.11.2009.


Poetische Synergien

Irgendwie passt der Titel zu Ausstellung, obwohl ich immer noch nicht so genau weiß, was er bedeuten soll „Poetische Synergien“. Wir hatten uns heute noch am letzten Tag die Auststellung von Regine Rostalski (Tipp: auf der Website der Künstlerin die Footernavigation benutzen; die Popups funktionieren im Moment nicht richtig) in Opherdicke angeschaut. Ihre Skulpturen aus Draht und Papier erinnerten mich oft an ein poetisches Eintauchen in einen Mikrokosmos von Pantoffeltierchen und anderen Kleinstlebewesen. Vor allem das Raumgespinst, in dem ein ganzer Raum von einer Art neuronalen Netz aus Draht durchzogen wurde, wird mir in Erinnerung bleiben.

Poetische Synergien

War schön.


Beaufort03 – Sparkunst an der Küste

In die erste Triennale „Kunst an der Küste“ sind wir durch Zufall gestolpert – es ließ sich nicht vermeiden: ein Haufen nackter, rostiger Männer standen am belgischen Strand, das machte neugierig. Das Konzept ist interessant: alle drei Jahre Kunstwerke an der Küste verteilen und auf diese Weise sowohl der Kunst, als auch dem Tourismus einen Gefallen zu tun. Die zweite und jetzt die dritte Triennale haben wir uns dann ganz bewusst angeschaut. Ist ein bisschen wie Schnitzeljagd. Allerdings enttäuschte Beaufort03 outside. Es waren immer noch einige interessante Kunstwerke ausgestellt, aber der Sparstift war spürbar. Ganz besonders allerdings bei der Beaufort03 inside, der zugehörigen Austellung im Museum für moderne Kunst. Denn diesesmal hatte man einfach ziemlich unstrukturiert ins Archiv gegriffen um die Wände vollzubekommen. Lohnt den Eintritt nicht (ausser man ist Hardcorefan von James Ensor).

Aber Spaß hat es trotzdem gemacht. Außerdem war da noch ein Ausflug nach Brügge, unser netter Aufenthaltsort De Haan (da hat Einstein mal Urlaub gemacht), der Strand, die Sonne und richtig viel Wind.


Toulouse Lautrec in Unna

Der Kreis Unna hat die freundliche Angewohnheit auf Schloss Cappenberg Ausstellungen durchzuführen, die keinen Eintritt kosten. Sie sind nicht immer gut besucht, aber wir eben festgestellt haben ziehen prominente Namen auch hier: Toulouse Lautrec und die Stars vom Montmartre. Die Ausstellung konzentriert sich ausschließlich auf die Plakate von Lautrec und einigen seiner Zeitgenossen wie Theophile Steinlen. Im Vergleich fällt wirklich auf, wie geradezu rüde Lautrecs Stiel war, aber auch wie sehr er die Plakatkunst bis heute beeinflusst hat.
Schade, aber völlig verständlich, ist die gedämpfte Beleuchtung in der Ausstellung. Mich würde sehr interessieren wie die Plakate im Original vor gut hundert Jahren wirkten.