Lanstrop: Ei und See

Während das Ei in Lastrop ziemlich alt und das letzte seiner Art ist, ist der See recht jung.

Ohne den Bergbau gäbe es sie beide nicht. Oder genauer: ohne das Ei gäbe es den See nicht, denn das Ei versorgte die Dampfmaschinen und Waschkauen der umliegenden Bergwerke mit Wasser bei gleichmässigen Druck. Die Bergwerke wiederum holten die Kohle aus dem Boden und mit dem Zusammensinken der entstehenden Hohlräume entstand eine Senke.

Die voll Wasser lief.

Voila, ein See. Durch das Ei.

Die Frage wäre also geklärt: „War zuerst das Ei, oder der See?“

Fletch Bizzel

Gestern waren wir im Theater, genauer gesagt im Fletch Bizzel, einer der ältesten freien Theaterbühnen Deutschlands. Es war das erste Mal seit meiner Schulzeit, dass ich eine Theateraufführung gesehen habe … und es war toll.
Ich war neugierig, aber auch etwas skeptisch, denn meine bruchstückhaften Erinnerungen an Theateraufführungen waren nicht so berauschend. Zudem wurde eine Stück aufgeführt, bei dem ich bereits das zugrundeliegende Buch und die Verfilmung gesehen hatte: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran.
Aber wie dann Hans-Peter Krüger und Kai Bettermann mit nur einer Handvoll Requisiten auf einer ansonsten leeren Bühne der Geschichte Leben einhauchten, war fantastisch. Ich war berührt und beeindruckt. Das war ein himmelweiter Unterschied zu dem, was alltäglich an „Schauspielkunst“ durch die Glotze auf uns abgeladen wird.
Dem Theater kann ich jetzt – jedenfalls wenn es so dargeboten wird – sehr viel mehr abgewinnen.
Und noch etwas: nach der Sommerpause gibt es noch weitere Aufführungen.

Bernhard Hoetger

Vor ein paar Wochen schauten wir uns den Ostfriedhof in Dortmund an. Ein schöne Mischung aus Park und Friedhof, auf dem einige Industriedynastien begraben liegen. An einer Stelle fiel mir dieser Grabstein auf:

Das kam mir bekannt vor. Und tatsächlich hatte ich vor zwei Jahren am Eingang der Böttcherstraße in Bremen etwas sehr ähnliches fotografiert :

Zuhause recherchierten wir dann in der Wikipedia und das Rätsel löste sich. In Dortmund ist der Bildhauer und Architekt Bernhard Hoetger begraben, der die Bötcherstraße in Bremen entworfen hat. Die Skulptur zeigt einen „Lichtbringer“ (er meinte damit vermutlich nicht Luzifer). Er versuchte damit sich und seine Ideen im dritten Reich an den Mann zu bringen. Hitler mochte es nicht, Hoetger wurde aus der Partei geworfen und seine Kunst zur entarteten Kunst erklärt.

Und ewig grüßt das Nutria

Das Schöne an einem rechtzeitigen Besuch in Dortmund ist, daß man live miterleben kann, wie Weihnachtsbäume aussehen, bevor sie Weihnachtsbäume sind. So:

Weihnachtsbaum


Aber noch lustiger war der Zoo. 1953 gegründet hat er in Teilen einen gewissen Retrocharme und wird dank unendlich vieler Büdchen und diverser Spielgeräte auch seiner Rolle als Kinderbespaßungsanlage gerecht. Ok, das ist etwas gemein. Es ist ein netter kleiner Zoo. Und es gibt dort Nutrias: