Östlich vom Ostpol

Nicht weit entfernt vom Ostpol liegt in Bönen der Mergelbergteich. Ursprünglich gab es dort gar keinen Teich, sondern eine Ziegelei. Damit sie ihre Ziegel produzieren konnte, wurde der Mergel abgebaut. Zurück blieb ein Loch in der Landschaft, das durch Bergschäden noch vergrößert wurde. Erfreulicherweise hat sich die Natur alles zurückerobert und ist er von einem kleinen Naturschutzgebiet umgeben, das auch einige seltenere Tier- und Pflanzenarten beherbergt.

Die Landschaft ist nicht spektakulär, aber sie strahlt eine schöne Ruhe aus.

speed of light ruhr

Dreimal Lichtkunst in sieben Tagen! Als letzte Station haben wir uns speed of light ruhr im Nordsternpark angeschaut. Das war zwar erst mal Warterei und die besten Plätze waren für die Presse reserviert, aber es war ein interessantes Konzept: 120 Läufer bewegen sich in komplexen Mustern und viele, viele Fotografen dokumentieren das und bilden dann letztendlich zusammen ein Gesamtkunstwerk.

Um das Ganze noch stärker mit dem Emscher Landschaftspark zu verbinden, gab es an jedem Abend zwei Choreographien an Ankerpunkten der Industriekultur und einige Kilometer unbeleuchteten Lauf dazwischen. Die Läufer – die ja bereits zwei Wochen lang die Strecken jeden Abend gelaufen waren – haben meine Hochachtung.

Jetzt reicht es aber auch erst einmal mit Lichtkunst ;)

Endlich am Ostpol

Das Ruhrgebiet hat bekanntermaßen einen Ostpol, nämlich den Förderturm der Schachtanlagen III/IV der Zeche Königsborn. Und da wir in Königsborn wohnen, ist es fast unverzeihlich, dass wir dem Ostpol bisher noch keinen Besuch abgestattet haben.

Der Ostpol
Der Ostpol

Heute besteht dieser Teil der Zeche, die in Spitzenzeiten bis zu 4000 Menschen beschäftigte, nur noch aus dem von Alfred Fischer entworfenen Förderturm. Er wird von einer Bürgerstiftung betreut und ist auch Nachts dank einer Lichtkunstinstallation von Mischa Kuball gut zu sehen.

Heute liegt er allein im Grünen und ist nicht mehr von Zechengebäuden umgeben. Dadurch wirkt der Förderturm etwas surreal und auch auf seltsame Weise sakral.

Jetzt warte ich auf eine Gelegenheit mal oben auf dem Dach des Förderturms zu stehen und mir die gegend anzuschauen

Arktisches Gasometer

In unserer Zeit mit ihrer naturwissenschaftlichen Weltanschauung sollte ein einsamer Augenblick in der Natur, wo die gesamte Evolutionsgeschichte in lebenden Bildern dargestellt ist, das einzige Surrogat für einen Gottesdienst sein.

August Strindberg

Dieses Zitat steht am Eingang der Ausstellung „Magische Orte“ im Gasometer in Oberhausen. Die Umsetzung des Zitats in Bilder ist schlicht, aber durchaus gelungen: im Erdgeschoss großformatige Bilder von „magischen“ Orten in der Natur, im Stockwerk darüber von Menschen gemachte Orte. Ein Streifzug durch die sieben + X Weltwunder. Die Fotos ordnen sich dabei dem Ausstellungszweck unter; sie erheben keinen eigenen großen künstlerischen Anspruch, sondern wollen nur die Orte vorteilhaft darstellen.

Star der Ausstellung ist aber zweifelsohne der künstliche Baum, der in das riesige Gasometer empor wächst.
Aber im Moment sollte man bei einem Besuch des unbeheizten Gasometers nicht nur war gekleidet, sondern auch gut isolierte Schuhe anhaben: der Boden des ersten Stockwerks besteht aus Stahl. Kalter Stahl. Er zieht die Wärme in atemberaubender Geschwindigkeit aus den Füßen.

Noch schattiger – aber absolut unverzichtbar – ist der Ausflug auf das Dach des Gasometers. Eingefrorene Kanäle aus der Vogelperspektive. Hat man auch nicht alle Tage.