Rund um Strickherdicke

Das Schöne an Rundwanderungen ist, dass man sie an jedem Punkt beginnen lassen kann und nicht nur am empfohlenen Startpunkt. Daher begann unser Versuch dem weihnachtlichen Bewegungsmangel etwas entgegen zu setzen nicht unten in Dellwig, sondern oben auf der Wilhelmshöhe am Bismarckturm. Selbst an trüberen Tagen ist die Aussicht von hier in alle Richtungen beeindruckend. Oben vom Turm dürfte sie noch besser sein, aber bisher waren wir noch nie zur offiziellen Besichtigungszeit am Sonntag Nachmittag da. Sollten wir mal nachholen.

Der Weg führte uns von der Höhe über Felder und kleine Waldstücke hinunter ins Ruhrtal. Bäche begleiteten uns leise gluckernd, ein Reiher inspizierte eine Wiese, ein Pferd wurde spazieren geführt, ganz viel Natur quasi vor unserer Haustür.

Unten in Dellwig ging es über den Eheweg zur Kirche und dem eigentlichen Startpunkt der Wanderung. Das Schild stammte aus der gleichen Zeit, wie die Wegmarkierungen. Das hatte zwar einen einen hübschen Retroeffekt, aber die Karte auf dem Handy war dann doch hilfreich, wenn ein an einen Baum gepinseltes A3 sich mal wieder nahezu in Luft aufgelöst hatte.

Der Weg zurück aus dem Tal zur Wilhelmshöhe entpuppte sich als weniger anstrengend als gedacht. Er war abwechslungsreich und die Steigung übersichtlich. Außerdem kamen wir am Haus des Waldschrats vorbei.

Fazit: kann man gut im Winter laufen, allerdings droht an der einen oder anderen Stelle Matsch. Festes Schuhwerk ist also hilfreich. Oder Frost. Aber den hatten wir nicht.

Frisch geboostert im Kinderparadies

Kinderparadies oder Impfung?

Das war die Frage zur Begrüßung. Im nahegelegenen Möbelhaus (Zurbrüggen in Unna) hat vor zwei Tagen eine Impfstelle aufgemacht. Dank meines Kollegen Oliver erfuhr ich sehr früh davon und sicherte uns einen Termin für heute. Statt wie bei den beiden letzten Impfungen gingen wir diesmal also nicht in eine Turnhalle, sondern in ein Möbelhaus. Genauer ins Kinderparadies im dritten Stock. Das war seit Beginn der Pandemie verwaist und hat jetzt vorübergehend eine neue Funktion gefunden.

Die Mitarbeiter waren alle sehr freundlich und hilfsbereit, dazu nur eine minimale Wartezeit, was will man mehr. Na ja, eine Sache hätte ich schon noch gerne gehabt: passend zum Ort bekam jeder ein Kinderpflaster mit buntem Motiv auf die Injektionsstelle. Daniela zum Beispiel ein kleines Hündchen mit rotem Halstuch. Nur ich habe nichts bekommen, hat nicht geblutet. Ich bin schon etwas enttäuscht…

Ich gebe zu, dass wir die Wartezeit hinterher sehr kurz hielten und uns statt rumzusitzen im Möbelhaus umschauten. Der Arzt war ja in der Nähe.

Wir haben jetzt einen neuen Teppich.

2. Impfung

Da Daniela und ich weder über 60, vorerkrankt oder Steuerfahnder sind, müssten wir hier in NRW lange geduldig auf unseren Ersttermin warten. Nachdem die Beschränkungen aufgehoben wurden, hatten wir glücklicherweise gleich einen Termin für den nächsten Tag im Impfzentrum nebenan.

Das lief alles ruhig und strukturiert ab, vor einem Monat beim ersten Mal und vorhin beim zweiten Mal.

Für mich heißt das jetzt

  • Ich nehme sukzessive Abschied von den FFP2-Masken, denn ich kann es mir so langsam wieder leisten Bequemlichkeit und eigenes Risiko gegeneinander abzuwägen
  • Die OP-Maske bleibt wichtig, bis auch der Letzte sein Impfangebot wahrnehmen konnte
  • Ab dann wird es schwierig, denn die Impfgegner werden den Prozess in die Länge ziehen. Da wird es schwierig. Die meisten der Ungeimpften werden erkranken. Damit die Krankenhäuser nicht von ihnen überrannt werden und Ressourcen bei anderen schwer Erkrankten fehlen, werden sich die Einschränkungen im Alltag wohl länger hinziehen. Auf dem Hintergrund könnte man es bei hinreichend leeren Krankenhäusern als gute Sache sehen einen Impfgegner anzustecken. Besser wäre es aber in jedem Fall ihn zu überzeugen.

Monopteros (gezeichnet)

Vor über 15 Jahren habe ich hier geschrieben, was ein Monopteros ist und es mit einem Foto von „unserem“ Monopteros illustriert. Natürlich ist es nicht wirklich unseres, aber es liegt keine 100 Meter von unserer Wohnung entfernt im Kurpark. Da schleicht sich dann schon ein imaginierter Besitzerstolz ein. Aber nein, es gehört natürlich allen.

Und die ganze Zeit bin ich nie dazu gekommen wenigstens mal eine kleine Skizze zu machen.

Bis heute…

Monopteros

Im Bimbergtal

Bimbergtal… das klingt wie Urlaub in den Bergen. Tatsächlich ist es nur ein paar Kilometer von unserer Wohnung entfernt, liegt also am östlichen Rand des Ruhrgebiets.

Es ist ist nicht riesig und liegt etwas versteckt. Lediglich ein Schild „HRB Bimbergtal“ weist am Rand der B1 auf seine Existenz hin. Inzwischen weiß ich, daß HRB Hochwasser-Rückhalte-Becken heißt. Dieses HRB wurde vor ein paar Jahren am Zusammenfluss des Lünerner Bachs und des Kessebürener Bachs errichtet, um Lünern vor Hochwasser zu schützen. Wer sich die Gegend anschaut, kann sich das erst mal nicht vorstellen. Wo bitte sollen hier denn Wassermassen herkommen? Die Erklärung liegt im Boden: Lehm. Er verhindert, daß größere Regenmassen versickern können und führt sie durch das Tal gebündelt direkt zur Ortschaft.

Bimbergtal

Danach geht der Weg durch die Jahrhunderte. Zunächst kamen wir an einem alten Steinbruch vorbei. Hier wurden früher Mergelkalksteine zum Beispiel für die Fundamente der Fachwerkhäuser der Umgebung abgebaut. Da sie aber recht schnell zerbröseln, hörte man schon im 19. Jahrhundert damit auf.

Steinbruch im Bimbergtal

Ein paar Meter weiter wird man lautstark auf die Jetztzeit gestoßen. Hier überquert die A44 das Tal.

A44 von unten

Gar nicht weit weg von diesem Ort wird es wieder still und ein gedanklicher Ausflug ins 16. Jahrhundert liegt am Wegesrand. Die Pastorenbrücke. Sie wurde damals gebaut, damit die Herren den Bach zu Pferde überqueren konnten. Das ist lustig, denn der Bach neigt zwar zu gelegentlichem Hochwasser, fällt aber aufgrund des Kalkmergels (Karst… kennen wir doch alle noch aus dem Erdkundeunterricht und diversen Karl May Filmen) gerne mal trocken. In beiden Fällen ist eine Brücke ziemlich witzlos.

Die Brücke wurde 2009 aus „wasserrechtlichen Gründen“ abgetragen. Die neue Konstruktion ist definitiv nicht mehr für Reiter geeignet.