Ein verschwundenes Wasserschloß und Westfalens dickste Platane

Vor 100 Jahren wanderten die Kurgäste des Bad Königsborn gerne zum Wasserschloß Haus Heyde. Da wir in der Nähe des inzwischen verschwundenen Kurhauses wohnen, ist dieser Weg auch für uns eine schöne Anregung. Wir kürzen ihn allerdings meist mit dem Auto um ein paar Meter ab und laufen zum Teil dort entlang, wo damals noch Eisenbahnschienen lagen.

Die Kurgäste bekamen damals das Wasserschloß so zu sehen (geklaut von der Infotafel)

Heute bietet sich von der gleichen Stelle dieser Anblick; der bunte Holzstab steht an der Stelle, wo mal die rechte Gebäudeecke aus dem oberen Foto war.

Die einzigen Überreste, die nach dem Abbruch 1966 noch sichtbar sind, sind eher unauffällig.

Das verschwundene Wasserschloß ließ Christoph Friedrich Steffen von Plettenberg   um 1750 an der Stelle errichten, wo schon seit mindestens 1343 eine Burganlage stand. Mit seinen 56 Zimmern war es nicht klein, aber vermutlich trotzdem gar nicht so angenehm zu bewohnen, denn Wasserschlösser tendieren zu einem feucht-kalten Raumklima (sagte uns jedenfalls mal der Besitzer von Haus Heeren) . Und er ließ auch eine Platane pflanzen, die dort immer noch steht. Vielleicht hat sie sogar schon jemand vor ihm gepflanzt.

Mit über 7 Metern Stammdurchmesser und einer Höhe von 42 Metern ist sie Westfalens dickste Platane. Da in Meerbusch eine noch dickere Platane steht, hat sie den Titel leider nicht für ganz Nordrhein-Westfalen ergattert.

Die Natur hat hier eindeutig die Nase vorn: Schloss weg, Baum noch da.

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