Eine halbe Wanderung

Heute Morgen hing noch der Hochnebel über den Hängen. Als er sich langsam auflöste, brachen wir zu einer kleinen Wanderung durch den Nacktarsch auf.

Der Weg durch die Weinberge hatte nur eine mäßige Steigerung, aber die Hänge selbst sind schon beeindruckend steil. Jedenfalls für bewirtschaftete Flächen. Das hoch- und runterkraxeln, um die Weinstöcke zu pflegen und die Trauben zu ernten, stelle ich mir schon recht mühselig vor.

Aber die Aussicht ist toll.

Unterwegs gab es eine Schaukel mit Aussicht, ein 5-Sterne-Insektenhotel und als Highlight eine Moselschleife.

Moselschleife

Nach der Hälfte der Strecke kamen wir glücklicherweise wieder in der Nähe unserer Unterkunft vorbei, denn inzwischen schien die Sonne kräftig und die Weinhänge liegen perfekt nach Süden ausgerichtet. Frida rannte zwar immer noch begeistert durch die Weinstöcke und jagte Geckos, aber sie hechelte dabei schon sehr. Na ja und uns war es auch zu warm, also unterbrachen wir die Wanderung auf unbestimmte Zeit und aßen ein Eis.

Das war auch schön.


Zwei Nacktärsche

Kurz nachdem wir hier eingetroffen waren, probierten wir den Wein, für den der Ort bekannt ist, den Nacktarsch.

Zwei Kröver Nacktärsche

Und wenn es um Nacktärsche geht, ist auch klar, wo wir sind: in Kröv. Also an der Mosel und die werden wir uns jetzt eine Woche lang ansehen.

Der Nacktarsch

Der prägnante Name der Weinlage ist wohl eine Verballhornung des lateinischen nectarius (felsige Höhe) und hat mit dem Körperteil nichts zu tun. Obwohl diverse Legenden etwas anderes behaupten.

Und entgegen meiner Erwartung ist der Tourismus hier nicht nur von Deutschen geprägt. Niederländer, Belgier und Luxemburger finden die Gegend offensichtlich auch attraktiv. Und Engländer. Das ist dann so wie im Languedoc, nur viel komprimierter.



Der gesunde Verstand (bon sens) ist die bestverteilte Sache der Welt, denn jedermann meint, damit so gut versehen zu sein, dass selbst diejenigen, die in allen übrigen Dingen sehr schwer zu befriedigen sind, doch gewöhnlich nicht mehr Verstand haben wollen, als sie wirklich haben.

Descartes – Diskurs über die Methode

Lange Zeit glaubte ich, das Descartes diesen Satz ironisch meinte. Aber nein, er meinte das völlig ernst. Der Verstand war nach seiner Ansicht wirklich gut verteilt. Ein paar Zeilen später heisst es dann aber

Denn es ist nicht genug, einen guten Kopf zu haben; die Hauptsache ist, ihn richtig anwenden.

Oder etwas moderner: du hast genug Verstand, also benutze ihn gefälligst.

Entdecke ich da Ironie?


0.0000001%

Diese Website hat zu 0.0000001% zu dem C4 AI-Traingset von Google beigetragen. Google hat mich selbstverständlich vorher nicht gefragt. Das finde ich eher doof.

Bei der Washington Post gibt es Hintergründe und die Möglichkeit, mal nach der eigenen Website zu schauen.

Viel dagegen tun kann ich nicht, aber immerhin die robots.txt um zwei Zeilen erweitern:

User-agent: GPTBot
Disallow: /Code-Sprache: HTTP (http)

Google wird sich daran halten, aber ob es die restlichen Goldgräber aus der AI-Hype-Blase es tun, bezweifele ich.

via eay

Nachtrag: Hier gibt es noch die etwas härtere Methode des Blockens für nginx und apache. Sehr schön gelöst mit einem 402 (Payment required) als Antwort.


Diese Tage her habe ich wieder mehr gearbeitet als genossen.

Goethe, 12. September 1787

Das Problem habe ich auch ab und zu…


Beversee

Vor 80 Jahren gab es noch keinen Beversee, sondern nur den Beverbach. Dann kam der Kohlebergbau in der Gegend an und in der Tiefe wurde jede Menge weggebuddelt. Wer sich ein Bild von den weggebuddelten Massen machen möchte, der kann nebenan auf die Halde Großes Holz steigen. Sie besteht aus genau dem Abraum, der hier aus der Tiefe geholt wurde. Dazu kommt noch einmal jede Menge Kohle, die inzwischen in der Atmosphäre angekommen ist.

Die riesigen Hohlräume brachen während des zweiten Weltkriegs zusammen und führten zu einer der im Ruhrgebiet „beliebten“ Bergsenkungen.

Der Beversee (und das Kraftwerk Bergkamen)

Nach dem Krieg gab es kurzzeitig die Idee diese Delle in der Landschaft mit Müll zu füllen. Dazu kam es glücklicherweise nie. Stattdessen wurde aus dem Bach ein See, die Gegend ein Naturschutzgebiet und jedes Jahr machen hier große Schwärme von Zugvögeln Zwischenstation.

Farn, Farn und Farn (und Bäume)

Heute umrundeten wir wieder einmal den See und kamen dabei durch den Bereich mit den Farnen. Der Regen hatte dem Farn gut getan; es fühlte sich ein bisschen wie ein Farnurwald an. Ein echtes Sommervergnügen, denn im Herbst wird er braun und hat dann Pause bis zum Frühjahr.

Deswegen war es besonders schön dieses üppige Grün zu genießen.