Kategorie: Pendelbewegung (Seite 2 von 3)

Erlebnisse und Betrachtungen während der Pendelbewegung zwischen Unna und Essen

Schlechtes Wetter

Um kurz vor neun begann das Trauerspiel. Ich wartete in Essen-Kupferdreh auf die S-Bahn, aber sie kommt nicht. Statt dessen tönt der Lautsprecher nach 10 Minuten: „… fällt aus wegen Oberleitungstörungen. Suchen sie sich eine andere Möglichkeit weiter zu kommen“
Ein freundlicher Autofahrer – der eigentlich auch die S-Bahn nehmen wollte – nimmt mich mit zum Hauptbahnhof. Da geht dann erst mal gar nichts mehr. Und dank Bauarbeiten gibt es auch kaum Infos. Auch das Internet ist keine Hilfe. Irgendwann nach zehn fährt endlich ein Zug nach Bochum. Aber auch der Anschluss nach Dortmund wird zum Problem, denn die S-Bahn aus Dortmund muss erst „wenden“ (schließlich kommt aus Richtung Essen nichts mehr). Begleitet von Horden angetrunkener Jugendlicher (willkommen in den Sommerferien) geht es dann doch irgendwann weiter.
Jetzt warte ich in Dorstfeld auf die letzte S-Bahn in Richtung Unna und bin heilfroh, dass ich pünktlich aufgebrochen bin.

Warten in Scharnhorst

Heute Morgen im Zug irgendwo zwischen Dortmund-Scharnhorst und Dortmund Hauptbahnhof:

„Wegen einer Oberleitungsstörung im Dortmunder Hauptbahnhof wird sich unsere Weiterfahrt einige Minuten verzögern.“
10 Minuten Ruhe. Zug steht.
„Der Zug wird nach Dortmund-Scharnhorst zurückgesetzt und wird Dortmund Hauptbahnhof über die Güterzuggleise erreichen.“
10 Minuten Ruhe. Zug fährt ein paar Meter zurück und bleibt wieder stehen
„Der Zug wird nicht in Dortmund, Bochum und Wattenscheid halten. Nächster Halt ist Essen Hauptbahnhof.“
10 Minuten Ruhe. Zug steht.
„Der Zug hält in Dortmund Mengede, aber nicht in Bochum und Wattenscheid. Nächster Halt ist Essen Hauptbahnhof.“
10 Minuten Ruhe. Zug steht.
„Der Schaden an der Oberleitung ist behoben. Wir fahren fahrplanmäßig weiter.“
10 Minuten Ruhe. Zug fährt endlich los und bleibt zwischendurch noch mal stehen.
„Da wir mittlerweile eine Verspätung von einer Stunde haben, endet dieser Zug in Essen.“

Was war ich froh, dass ich in Essen arbeite und nicht in Düsseldorf.

Reingelegt

Gestern habe ich einen neuen Trick gelernt, mit dem die Bahn ihre Fahrgäste reinlegt. Nach Fahrplan fährt die S1 alle 20 Minuten von Düsseldorf nach Dortmund. Wenn eine Bahn größere Verspätung hat (sagen wir 20 Minuten), so endet der Zug vorzeitig in Bochum und alle müssen in den folgenden Zug umsteigen … der dann natürlich auch Verspätung hat. Das wird vom Bahnhofssprecher angesagt und steht auch auf den Hinweistafeln.

So auch gestern. Da ich nach Dortmund musste, nahm ich leichtsinnigerweise den zweiten Zug. Sonst hätte ich ja in Bochum umsteigen müssen. War eine dumme Idee, denn zwei Haltestellen vor Bochum teilte der Zugführer mit, dass sich Leitzentrale es anders überlegt hatte: der erste Zug fährt diesmal durch und der zweite bleibt in Bochum stehen. Man solle doch in den 10 Minuten verspäteten Folgezug umsteigen. Hätten für mich dann statt 20 gleich 40 Minuten Verspätung ausgemacht (ich muss eine Anschlussverbindung bekommen). Aber dank des hoffnungslos überfüllten Regionalexpress, der zwischenzeitlich einlief, konnte ich die Verspätung auf 30 Minuten drücken.

Ja, die Bahn ist schon kreativ darin ihre Fahrgäste auf ihren Bahnhöfen und in ihren Zügen möglichst lange festzuhalten.

Nasse Schienen

Heute morgen traf die Bundesbahn – wie jedes Jahr völlig unvorbereitet – der Beginn der Herbst/Wintersaison. Die Schienen wurden nass und es lagen sogar Blätter drauf. Bei so massiven Naturereignissen ist es natürlich völlig verständlich, dass massive Verspätungen im Fahrplan die Folge waren.

Merkwürdiges Verhalten

Dienstag in der S-Bahn. Ein älterer Mann liest in einem Taschenbuch. So weit nichts Außergewöhnliches und kaum eines zweiten Blickes wert. Aber nach ein paar Minuten reißt er die Seiten, die er bereits gelesen hatte, mit einem beherzten Ruck ab und zerteilt den Stapel sorgfältig in kleine Stücke. Diese Schnipsel stopft er dann in einen Kaffee-Pappbecher und stellt ihn auf den kleinen Müllbehälter, der in den S-Bahnen neben den Sitzen montiert ist.

Und liest weiter.

Ich vermute, dass dieser Mensch Skulpturenausstellungen nur mit einem Vorschlaghammer besucht.

Abstruser Dialog

Heute in der 1. Klasse der S1 nach Dortmund irgendwo im Raum Essen: ein junger Mann schiebt sein Fahrrad in den Waggon. Daraufhin erbost sich ein älterer Mann: „Das ist die 1. Klasse. Sie dürfen hier nicht mit Fahrrad rein.“

Antwort des Radfahrers: „Ich sag ja auch nichts, wenn sie mit dem Handy telefonieren.“

„Meinen sie im Krankenhaus?“

„Ne.“

„Ich hab doch gar kein Handy…“

Den Rest der Strecke grübelte ich vergeblich über diesen Wortwechsel nach.

Schienenersatzverkehr

Heute morgen kam ich in den Genuss des Schienenersatzverkehrs der DB. Irgendwo zwischen Kamen und Dortmund hatte es einen schweren Unfall mit Personenschaden gegeben, woraufhin die Strecke auf unbestimmte Zeit gesperrt wurde. Ich zwängte mich daraufhin leichtsinnigerweise in den Bus, der 20 Minuten später zur Verfügung gestellt wurde. Kein besonders großer Bus. Also durfte ich stehen (konnte aber aufgrund der vielen Mitreisenden auch nicht umfallen).

Mit der Bahn dauert die Strecke von kamen nach Dortmund etwa 10 Minuten.

Mit dem Schienenersatzverkehr ist man dagegen etwa ein Stündchen unterwegs. Alle Bahnhöfe auf der Strecke werden angefahren und da man mit einem Bus nicht einfach wenden kann, muss man noch kreuz und quer durch die Gegend fahren um zum nächsten Bahnhof zu kommen. Was auch nicht immer einfach ist, denn die Fahrerin fragte in Kurl mal eben die versammelte Reisendenschar : „Weiß jemand wo hier der Bahnhof ist?“. Vielleicht sollte man mal ein paar Navis anschaffen…

Und was habe ich gelernt? Wenn so etwas noch mal vorkommt mit dem nächsten Buss nach Unna fahren und von dort aus mein Glück versuchen. Geht vielleicht nicht schneller, ist aber auf alle Fälle bequemer.

RFIDS im VRR

Ralf Krüdewagen hat in seinem Blog einen informativen Artikel über den Einsatz von RFID beim VRR veröffentlicht. Er informiert dort ausführlich und mit guten Links zu weiterführenden Material über die Sicherheitsbedenken beim Einsatz dieser Technologie.
In diesem Zusammenhang ist es sicher erwähnenswert, dass es im Shop des FoeBuD e.V. eine RFID-Kartenschutzhülle (aka Visitenkartenetui aus Metall) gibt, mit dem man das ungewollte ausspähen seines Ticket 2000 unterbinden kann.

Ausfallende Züge

Im Prinzip ist der Ausfall eines Zuges nicht so schlimm, zumindestens wenn man vorher davon informiert wird. Der VRR scheint dazu nicht in der Lage zu sein: Streikbedingt habe ich heute morgen schnell mal bei efa.vrr.de nachgeschaut und es sah alles normal aus. Mein Zug sollte 2 Minuten Verspätung haben und alle anderen seien genau im Fahrplan (voraussichtlich pünktlich). Als ich am Bahnhof ankam, fand ich heraus, was beim VRR die Formulierung „voraussichtlich pünktlich“ meint: Kommt pünktlich, verspätet sich oder fällt aus.

Oder als Wetterbericht: „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist.“

Gesundheitsschädlicher Regionalexpress

Der Regionalexpress, mit dem ich täglich fahre, scheint etwas Gesundheitsschädliches an sich zu haben: Am Donnerstag plärrte die Stimme aus den Bahnhofslautsprechern etwas davon, dass der RE sich verspätet, da ein Notarzteinsatz im Zug stattfände. Und einige Stunden später passierte genau das Gleiche bei meiner Rückfahrt.
Da wird man mißtrauisch…

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