Kitschig schön

Heute morgen, 7:44, der Blick von der Dachterrasse auf das Mittelmeer, noch eine halbe Stunde bis zum Sonnenaufgang.

Blick auf ein ruhiges Meer am frühen Morgen, eine Palme am Rand

Es fiel uns wirklich schwer Les Cases d’Alcanar zu verlassen.

Jetzt sind wir in einem B&B am Stadtrand von Béziers, quietschlebendige Kreisverkehre rings um uns.

Ein kleiner Kulturschock. Aber immerhin kannten wir uns aus, kauften in Serignan Wein und ließen Frida am Strand von Valras-Plage laufen.

Schön, aber dennoch…

Les Cases d’Alcanar

Unsere letzte Unterkunft in Spanien hatten wir mit der dringenden Hoffnung auf gutes Wetter gebucht. Denn wir sind hier nur drei Nächte, haben aber vom Bett aus den Blick auf Meer und Sonnenaufgang.

Das Wetter spielte schon zwei Morgen mit.

Blick aus einem Innenraum auf eine Dachterrasse. Man sieht einen Sonnenaufgang über den Merr
Blick aus dem Bett

Sogar Frida fand das interessant.

Frida guckt Sonnenaufgang

Wir haben dann hier genau das gemacht, was wir uns vorgenommen hatten: auf der Dachterrasse abhängen und nur minimale Ausflüge unternehmen. Deshalb nur wenige Bilder.

Keine UFOs am Strand erlaubt

Wir sind nur einmal die Strandpromenade entlang gelaufen (und haben dabei seltsame Schilder gefunden) und heute durch viele, viele Orangenbäume nach Alcanar  gefahren.

Die Orte sind angenehm unaufgeregt und normal, wobei -wie unser Gastgeber sagte – Les Cases mehr Restaurants als Einwohner hat. Könnte fast stimmen, wir könnten es nur leider nicht nutzen, denn wir mussten vor der Rückfahrt noch unsere leckeren Vorräte aufessen. Was besonderes Schade ist, da es hier einen aktiven kleinen Fischereihafen gibt.

Zum Abschied heute ein kleiner Spaziergang zum Leuchtturm an der Hafeneinfahrt.

Daniela und das Meer

Letzter Ortswechsel

Unsere Reise geht langsam zu Ende. Heute wechselten wir das letzte Mal die Unterkunft bevor es an die lange Rückreise geht.

Sonnenaufgang über dem Meer zwischen Kiefern
Sonnenaufgang in Miami Platja

Jetzt sind wir noch für kurze Zeit in Les Cases d’Alcanar. Hier endet auch die katalanische Küste.

Les Cases d’Alcanar

Wir sind etwas melancholisch.

Tarragona und ein Konzert bei Kerzenschein

Wir machten heute eine kurze Stippvisite in Tarragona, keine große Stadtbesichtigung, sondern nur mal kurz hineinschnuppern und danach in ein Konzert gehen. Um der langen Geschichte der Stadt und den ganzen Gebäuden von der Antike bis zum Modernismus gerecht zu werden, muss man mehr Zeit einplanen. Das nächste Mal. Bis dahin ein paar Eindrücke.

Das Konzert hatten wir recht spontan gebucht. Ein Streicherquartett inmitten von vielen (elektrischen) Kerzen vor der Capella de Sant Pau. Oder kurz: ein Candlelight-Konzert.

Das Ganze hat natürlich einen gewissen Eventcharakter inklusive passender Instagram-Momente. Mit etwas Fantasie lässt sich daraus eine kleine Zeitreise basteln, denn so hätte ein exklusives Fest vor 200 Jahren ja vielleicht auch ausgesehen. Und Event konnte man früher ja auch schon, es wurde nur noch nicht so genannt.

Innenraum einer Kirche mit einer kleinen Kapelle in der Mitte, umgeben von zahlreichen Kerzen auf einem Podest und Stühlen, beleuchtet durch warmes Licht.
Vor dem Konzert

Die kleine Kirche ist Teil eines größeren Gebäudes, einem ehemaligen Priesterseminar. Man sitzt gleichzeitig drinnen und draußen. Gefühlt mehr draußen, denn es war schon recht kühl und luftig.

Vor dem Konzertes wurde das Publikum (auf Katalan, ich habe den Sinn anhand der Reaktion der Leute begriffen) gebeten, die Smartphones in den Taschen zu lassen und nicht zu filmen oder zu fotografieren. Zur Zugabe dann aber die Ausnahme als geschicktes Social Media Marketing. So also sah es aus:

Vier Musiker spielen in einer dunklen Kirche auf einem von vielen Kerzen umgebenen Podium, Publikum im Vordergrund mit Handys.
Konzert bei Kerzenschein

Und noch was Praktisches zum Schluss: der beste Parkplatz für Tarragona ist Torroja; leicht zu erreichen, nah an der Altstadt und sehr preiswert: Ein Euro für 12 Stunden.

Más Miró

Heute wieder Kunst. Ein Thema, das sich auf dieser Reise durchzieht. Wir verdanken es der Anregung von Taupinette et Cie.

Eigentlich nicht Kunst direkt, sonder ein Kunstwort. Im Más Miró kurierte der junge Miró Nervenzusammenbruch und Typhuserkrankung aus und schuf seine ersten Werke. Später wurde es zu seinem Ferienhaus im Sommer.

1921 malte er hier La Ferme ungefähr aus der Perspektive, die das erste Bild in der Galerie hat. Er quälte sich damit neun Monate ab, könnte das Bild zunächst nicht verkaufen bis es irgendwann Hemingway kaufte, der sich dafür das Geld lieh.

Karte für den Audioguide und gleichzeitig La Ferme

Wer sich die Bilder oben genauer anschaut, wird übrigens auch die Requisiten für das Bild Das Pferd, die Pfeife und die rote Blume finden.

Im Haus ist zwar großbürgerlich, aber auch schlicht und ruhig. Es ist in dem Zustand, als er 1976 das letzte Mal dort war und der modernste Gegenstand, den ich sah, war ein Kühlschrank. Ansonsten Tische, Stühle und Betten, wie es sie schon in seiner Jugend gab. Keine Schnörkel, keine Ablenkung.

Ich kann mir kaum einen größeren Kontrast vorstellen, als zwischen den extrovertierten und überbordenden Dalí und dem schweigsamen und bodenständigen Miró. Aber beide sind Katalanen, Künstler, zeitweise Surrealisten und Miró vermittelte dem jüngeren Dalí in Paris Kunsthändler. Völlig gegensätzlich und doch mit vielen Gemeinsamkeiten.

Es dürfte kein Zufall sein, dass Miró 1976 das letzte Mal in Mont-roig war, nachdem er über Jahrzehnte dort den Sommer verlebte. Denn in den siebziger Jahren wurde die Autobahn A-7 gebaut und um ein Haar wäre dafür das Haus platt gemacht worden. Statt dessen hat die Autobahn dort jetzt eine kleine Beule. Aber aus seinem Atelier, aus dem er früher auf Olivenhaine schaute (und sie malte) sieht man heute auf eine Betonwand hinter der der Verkehr rast.

Das Más Miró gibt es noch trotz Autobahn und das ist schön. Und die Poesie des Ortes ist nach wie vor da.

La Ametlla de Mar und La Bassa de les Olles

Die Sonne ist da und der Himmel blau. Die morgendliche Temperatur liegt bei 0 Grad und steigert sich im Laufe des Tages auf 10 Grad. Dazu weht Wind. Viel Wind. Er drückt die 10 Grad auf gefühlte 0 Grad. An geschützten Orten – also die ohne Wind – ist es dann dennoch angenehm. Jedenfalls für Daniela, die sich heute Nachmittag auf unserem einigermaßen geschützten Balkon gesetzt hatte, während ich (ja, ich bin eine Frostbeule und stehe dazu) hinter Glas mich ohne einen Windhauch der Sonne erfreute.

Davor waren wir auf Entdeckungstour in Richtung Ebro-Mündung. Erst La Ametlla de Mar, Ferienort mit Fischereihafen und überraschend vielen Wandmalereien.

Vor allem dieser Gandalf vom letzten Bild hat es mir angetan, aber den miesepetrigen Fisch finde ich auch Klasse. Das Ganze entsteht im Rahmen eines eigenen Festivals. Sehr nett.

Der Ort war völlig ausgestorben, den in Spanien ist der Día de los Reyes Magos ein echter Feiertag. ALLES hat zu und die Menschen verkrümeln sich in ihre Wohnungen. (Nachtrag: Aus gutem Grund, denn nach julianischem Kalender ist es der 24. Dezember, also Weihnachten.)

Liegt aber vielleicht auch am kalten Wind.

Weiter ging es dann in Richtung Natur.

Das La Bassa de les Olles ist eine Lagune und Naturschutzgebiet, in dem es viele Vögel und sogar Flamingos gibt. Letztere hatten sich heute freigenommen, vermutlich wegen des kalten Wind. Trotzdem war es eine schöne Naturerfahrung.

Schneesturm in Miami Platja

Ich gebe zu, dass Schneesturm etwas übertrieben ist, aber draußen weht ein heftiger Wind und wirbelt Schneeflocken durcheinander. Das ist nicht das, was ich für diese Gegend erwartet hätte und nachdem ich das Video aufgenommen hatte, wehten sogar noch mehr Schneeflocken durch die Bäume.

Es ist ja ganz spannend ungewöhnliche Wetterereignisse mitzuerleben, aber ich freue mich, dass ab morgen Sonne vorhergesagt ist. Es muss für mich gar nicht so spannend sein.

Miami Platja

Vom (mehr oder weniger) Trubel in die Ruhe, von  Platja d’Aro nach Miami Platja, von der Costa Brava an die Costa Dorada.

Das Wetter wird – nicht zum ersten Mal – erst einmal nicht so toll sein, aber der Wetterbericht verspricht Sonne in ein paar Tagen.

So oder so, wir fühlen uns hier auf Anhieb wohl. Zumindestens im Appartement, denn die Umgebung kennen wir ja noch nicht.

s’Agaró

Neujahrsspaziergang. Zuerst hoch zum Mirador del Pinell. Platja d’Aro aus der Drohnenperspektive, wobei wir es diesmal mit eigenen Augen gesehen haben und Otto im Kofferraum bleiben konnte (war auch zu windig für ihn).

Blick auf eine Küstenstadt mit mehreren Hochhäusern, einem Yachthafen und bewaldeten Hügeln im Vordergrund
Platja d’Aro

Dann wieder runter auf Meeresniveau zur Cala sa Conca. Dank Neujahr noch mehr Menschen in Badekleidung neben winterlichen Spaziergängern, als wir schon in Calella de Parafrugell gesehen hatten.

Der Strand ist der Einstieg in eine Promenade entlang der Felsen von s’Agaró, einem ab dem zwanziger Jahren angelegten Luxusferiendorf für die Schönen und vor allem Reichen Kataloniens. Zentrum ist seit den dreißiger Jahren das Hostal La Gavina, in dem Stars wie Liz Taylor, Sean Connery oder heutzutage Lady Gaga übernachten und das schon mehrfach als Filmkulisse diente.

Das alles war uns nicht bewusst, als wir die Promenade entlang gingen und sowohl die Architektur (Noucentisme, katalanischer Neoklassizismus … nie vorher von gehört), als auch die Aussicht bewunderten.

Gerahmte Aussicht

Perfekt für einen stilvollen Neujahrsspaziergang.

Calella de Palafrugell

Als wir heute morgen aus dem Fenster schauten, sahen wir blauen Himmel. Die Variante ohne Wolken, einfach nur blauer Himmel.

Uns war nach einem kleinen Ausflug und so fuhren wir nach Calella de Palafrugell, das als einer der schönsten Küstenorte der Costa Brava gilt. Ich finde zu recht.

Als erstes zog es uns wieder auf den Camí de Ronda, der sich die malerische Küste entlang windet. Dabei begegneten uns erstaunlich viele französische Wandergruppen.

Zurück in Calella de Palafrugell setzen wir uns auf eine Bank, ließen uns die Sonne ins Gesicht scheinen und freuten uns an unserem Glück zu genau diesem Zeitpunkt an diesem Ort zu sein.

Morgens bei der ersten Gassirunde lag die Temperatur bei schattigen drei Grad. Gegen Mittag war die Lufttemperatur immerhin auf 13 Grad gestiegen. Das klingt nicht nach viel, führte aber zusammen mit der Wärme der Sonne zu interessanten Bildern am geschützten Strand: Menschen in Winterkleidung direkt neben Familien in Badeklamotten.

Werde ich so bald nicht vergessen.

Platja d’Aro

Sonne! Also so richtig. Mit Wolken, die nur der Dekoration dienten. Nach den eher nassen Wochen könnten wir es kaum glauben und machten gleich Vormittags einen Spaziergang. Wie sich bald herausstellte viel zu winterlich gekleidet. In der Sonne am Strand wurde es richtig warm.

Platja d’Aro hat eine interessante Struktur: erst Strand, dahinter einer Promenade, dann ziemlich hohe Häuser und zum Schluss eine Straße mit viel Gastronomie und Läden. Ein bisschen wie in Belgien, nur übersichtlicher und mediterraner. Und selbst jetzt in der tiefsten Nebensaison belebt. Im Sommer dürfte hier das Leben nur so toben. Ich mag die Nebensaison.

Nördlich verläuft der Camí de Ronda entlang von wunderschönen Buchten. Und weil mich das begeistert hat, gibt es jetzt erst Mal jede Fotos davon.

Frida ließ es sich nehmen uns unterwegs einen Schreck einzujagen. An einer engen Stelle hüpfte sie über die Absperrung und hing mit dem Po über dem Abgrund. Zehn Meter Felsen abwärts, dann Meer. Mit einem beherzten Griff wurde sie zurück auf den Weg verfrachtet.

Nachmittags – immer noch sonnig – schauten wir uns die andere Richtung an und liefen bis zur Mündung des El Ridaura.

Im Sommer wäre wir mit Sicherheit durch das Wasser auf die andere Seite gewartet um zu schauen, was es dort gibt. Jetzt im Winter reichte uns die Aussicht.